Regenerative Medizin – Biochirurgie
Baxter arbeitet an der Erforschung und Entwicklung biologisch aktiver Substanzen, die zur Förderung der Hämostase (Blutstillung), der Versiegelung von Gewebe sowie der Gewebeheilung und -regeneration angewendet werden. Im Bereich der Zelltherapie dient ein Baxter-Verfahren der Gewinnung adulter Stammzellen zum Einsatz in derzeit noch experimentellen Therapien, z. B. in der chronischen Myokardischämie (CMI) oder der kritischen Extremitätenischämie (CLI, Critical Limb Ischemia). Diese Erkrankungen sind durch einen chronischen Sauerstoffmangel von Herz- bzw. Skelettmuskulatur charakterisiert.
Forschungsziele im Bereich der Regenerativen Medizin
Blutstillung in der Chirurgie
Die Entwicklung von einfach zu handhabenden, sicheren, rasch verfügbaren und effektiven Produkten zur Stillung von Blutungen bei den verschiedensten chirurgischen Eingriffen ist eines der Forschungsziele in diesem Bereich. Baxter war Pionier bei der Entwicklung und Herstellung biologischer Gewebekleber. Um mit neuen Anforderungen in den chirurgischen Disziplinen Schritt zu halten, wird intensiv an der Weiterentwicklung aller Produkte und Produktkombinationen (Fibrinkleber, Thrombin, Collagen, Gelatinepartikel) gearbeitet.
Gewebeklebung und -versiegelung
Neben der Blutstillung ist auch die feste Verbindung zwischen Gewebeschichten oder die luft- oder flüssigkeitsdichte Versiegelung von Nähten eine Herausforderung bei chirurgischen Eingriffen. Baxter führt derzeit mehrere Studien zum Einsatz eines Gewebeklebers in diesem Bereich durch oder hat solche bereits abgeschlossen: beispielsweise zum Einsatz von Fibrinkleber bei der Applikation von Hauttransplantaten bei Verbrennungspatienten, zur Verbindung von Hautlappen mit unterliegenden Gewebe bei Faceliftings und Abdominoplastien, sowie zum Versiegeln von Gefäßnähten. Ein auf Polyethylenglycol basierender Gewebekleber ist ebenfalls zur Verwendung für die Versiegelung von Gefäßnähten zugelassen und ermöglicht so dem Arzt, das am besten geeignete Produkt für den jeweiligen Patienten zu verwenden.
Fibrinkleber mit verlängerter Anwendungszeit in "ready-to-use"- gebrauchsfertiger Form
Fibrinkleber von Baxter werden in verschiedensten chirurgischen Disziplinen eingesetzt. Nun wurde eine gebrauchsfertige Variante für jenen Fibrinkleber entwickelt, der eine längere Verarbeitungszeit durch den Chirurgen zulässt. In Studien an Verbrennungspatienten zeigte sich, dass durch die Anwendung dieses Produkts die Anzahl der Klammern zur Transplantatfixierung reduziert werden kann. Diese Form des Fibrinklebers wurde in einer Reihe von EU-Staaten zugelassen und ist in den USA bereits am Markt.
Reduzierung von Unfruchtbarkeit nach gynäkologischen Operationen durch besseren Schutz vor Adhäsionen
Adhäsionen treten besonders häufig als Folge von Operationen im Bauchraum auf (z. B. gynäkologische Eingriffe). Man schätzt, dass Adhäsionen im Beckenbereich für bis zu 40 Prozent aller Fälle von Unfruchtbarkeit verantwortlich sind. Baxters Icodextrin-Lösung reduziert postoperative Adhäsionen und wurde für diese Anwendung im Jahr 2000 in der EU und 2006 in den USA behördlich zugelassen. Das gesamte Wirkungsspektrum wird immer präziser erforscht.
In Europa ist ein weiteres Produkt von Baxter, basierend auf der Polyethylenglycol-Technologie (PEG-Technologie), für dieses Anwendungsgebiet zugelassen.
Reoperationen am offenen Herzen mit weniger Verwachsungen
Das auf PEG basierende Produkt wurde auch klinisch an Kindern mit schweren Herzmissbildungen, die mehrmalige Operationen benötigten, untersucht. Es wurde evaluiert, ob Verwachsungen nach Eingriffen am Herzen vermindert werden können. Tatsächlich konnte gezeigt werden, dass weniger Verwachsungen nach dem ersten Eingriff auftraten und die Folgeoperation in kürzerer Zeit mit weniger Verletzung von Geweben durchgeführt werden konnten.
Es ist geplant ähnliche Untersuchungen an Patienten mit künstlichen Herzen, die auf ein Spenderherz warten, durchzuführen.
Adulte Stammzellen zur Therapie der koronaren Herzkrankheit
Adulte Stammzellen können die Neubildung von Blutgefäßen induzieren. Dies versucht Baxter therapeutisch umzusetzen, indem aus dem Blut von Patienten gewonnene Stammzellen direkt in den von einer Gefäßverengung betroffenen Teil des Herzmuskels injiziert werden. Diese Therapieform wurde in den USA in einer Phase-II-Studie evaluiert, und nach deren vielversprechendem Abschluß wird jetzt eine Phase-III-Studie geplant.
Applikation als Teil des Erfolgs
Neben den chirurgischen Arzneimitteln hat Baxter auch schon immer intensiv an der Applikation von chirurgischen Produkten geforscht. Heute kann Baxter eine umfangreiche Palette an Applikationsgeräten für seine Blutstillungs- und Kleberprodukte anbieten. Zurzeit wird an der weiteren Verbesserung der Applikation in der Laparoskopie gearbeitet – wobei wie immer Ergonomie, einfache Handhabung und Sicherheit im Vordergrund stehen.
