Influenza - saisonal
Eine unterschätzte Erkrankung
In Österreich erkranken im Durchschnitt 350.000 Menschen pro Jahr an der saisonalen Influenza. Die Grippe zirkuliert vor allem in der kalten Jahreszeit. Die Gefährlichkeit der Influenza („echte Virusgrippe“) wird im Allgemeinen leider noch immer unterschätzt; viele Menschen wissen nicht, dass eine echte Virus-Grippe schwere Komplikationen wie Herzmuskelentzündung oder Lungenentzündung nach sich ziehen, und sogar tödlich enden kann. Die Grippe-Impfung bietet den sichersten Schutz gegen die Krankheit.
Was ist die Influenza oder „echte“ Grippe?
Die Influenza ist eine hoch ansteckende, virale und nicht zu unterschätzende Erkrankung der Atemwege, die mit ausgeprägtem Krankheitsgefühl einhergeht. Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Immunschwäche, alte Menschen und Kleinkinder sind besonders gefährdet, schwer an der Grippe zu erkranken.
Übertragung
Die Influenza wird durch sogenannte Influenza-Viren ausgelöst. Die Ansteckung erfolgt entweder über Tröpfchen (Niesen oder Husten) oder durch direkten Kontakt (z.B. Händeschütteln) von Mensch zu Mensch.
Zwei der drei Influenza-Virus-Typen haben für den Menschen besondere Bedeutung, und zwar die Typen A und B. Influenza A Viren sind in Subtypen unterteilt, gemäß unterschiedlicher Oberflächenproteine, Hämagglutinin und Neuraminidase. Diese Oberflächenproteine erlauben dem Virus in Zellen einzudringen. Das menschliche Immunsystem kann diese Strukturen, die sogenannten Antigene, erkennen und Abwehrstoffe, sogenannte Antikörper, gegen das Virus entwickeln und es unschädlich machen. Die Bildung spezifischer Abwehrstoffe ist das Ziel der Grippeimpfung. Die Grippeviren ändern sich laufend. Es entstehen so neue Virusvarianten, für die jährlich ein neuer Impfstoff entwickelt werden muss.
Symptome, Verlauf und Therapie
Nach einer Inkubationszeit von ein bis vier Tagen kommt es zum plötzlichen Auftreten von schwerem Krankheitsgefühl mit Schüttelfrost, hohem Fieber, starken Kopf- und Gliederschmerzen. Häufig entwickeln sich trockener, schmerzhafter Husten und Halsschmerzen. Die Erkrankung dauert ein bis zwei Wochen und hinterlässt für längere Zeit Müdigkeit und Erschöpfung. Ältere Menschen und chronisch Kranke sind durch Komplikationen wie Lungenentzündung und Herzmuskelentzündung besonders gefährdet. In seltenen Fällen kann die Grippe auch zum Tod führen.
Therapie: Innerhalb von 48 Stunden ab Auftreten der ersten Symptome der Grippe kann Ihnen der Arzt antivirale Arzneimittel verschreiben, die die weitere Vermehrung des Virus stoppen und die Folgeerscheinungen verhindern. Nach 48 Stunden bleibt die Therapie auf die Behandlung der Symptome beschränkt: Fiebersenkung und Schmerzbekämpfung. Wichtig ist die absolute Bettruhe. Um die Ansteckung weiterer Personen zu verhindern, sollten Erkrankte bis zur vollständigen Genesung soziale Kontakte vermeiden.
Gegenüberstellung Grippe – Grippaler Infekt
Oft wird die echte Virusgrippe mit dem grippalen Infekt verwechselt, einer leichten Erkältungskrankheit. Für grippale Infekte verantwortlich sind unterschiedliche Viren, die ausschließlich die oberen Atemwege angreifen und zu Husten, Schnupfen, Heiserkeit, sowie leichten Kopf- und Gliederschmerzen führen. Die Erkrankung beginnt langsam und schleichend. Es kann auch zu geringer Temperaturerhöhung kommen, nach einigen Tagen klingen die Beschwerden jedoch ohne Komplikationen ab.
Influenza-Impfung
Die vorbeugende Impfung gegen Grippe bietet derzeit den wirksamsten Schutz vor der Erkrankung. Der Grippe-Impfstoff besteht aus inaktivierten Erregern. Die Grippeviren ändern sich laufend und es entstehen neue Virusvarianten. Weltweit werden die Erreger ständig überwacht und die Zusammensetzung des Impfstoffs wird, basierend auf den Empfehlungen der WHO für die nördliche Hemisphäre und der Entscheidung der EU jährlich neu angepasst. Diese Impfung sollte regelmäßig im Herbst, vor Beginn der „Grippe-Saison“, durchgeführt werden um einen optimalen Schutz zu erreichen.
