Infusionstherapie
Infusionstherapie verstehen
Die Infusionstherapie ist eine Form der medizinischen Behandlung, bei der dem Körper sterile Lösungen zum Ausgleich von Flüssigkeits- und/oder Volumendefiziten zugeführt werden. Diese Lösungen dienen der Aufrechterhaltung lebenswichtiger Körperfunktionen.
Die in Flaschen oder speziellen Beuteln enthaltenen Präparate werden über die Blutbahn verabreicht.
Die medikamentöse Infusionstherapie dient der Verabreichung von Medikamenten, wenn eine genaue und direkte kontinuierliche Gabe der Medikamente erfolgen muss, damit sie ihre bestmögliche Wirkung entfalten können (z.B. kontinuierliche Wundinfusion). Dafür gibt es spezielle Pumpensysteme und Katheter.
Ursachen für den Flüssigkeitsmangel
Bei schweren Verletzungen (speziell Brandverletzungen), Unfällen, Erkrankungen, die mit Durchfall einhergehen oder Operationen kann es zu einem lebensbedrohlichen Flüssigkeitsdefizit (Dehydratation) kommen.
Oft ist eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme Ursache für die Dehydratation. Davon sind besonders ältere Menschen betroffen, da mit dem Alter das Durstgefühl nachlässt und auf das Trinken einfach vergessen wird. Bei Kindern ist ganz besondere Vorsicht im Rahmen von Durchfallerkrankungen oder Erkrankungen mit Erbrechen geboten, da es relativ rasch zum akuten Flüssigkeitsmangel kommen kann.
Flüssigkeitsmangel kann ein Notfall sein
Der menschliche Körper besteht zu rund 60 % aus Wasser, bei Säuglingen sogar zu 70 %. Wasser ist sowohl ein Lösungs- und Transportmittel für Nährstoffe wie auch ein wichtiger Baustein der Zellstruktur. Kreislaufbeschwerden entstehen ab einem Flüssigkeitsverlust von etwa 5 Prozent. Ein Verlust von mehr als 15 % ist bereits lebensbedrohlich und stellt eine akute Notfallsituation dar.
Blut besteht zum Großteil aus Wasser, daher sind Flüssigkeitsverluste meist mit einer Abnahme des Blutvolumens verbunden. Eine Folge davon ist die Unterversorgung der Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen: blasse Haut, Blutdruckabfall, erhöhter Puls und verminderte Urinproduktion sind die ersten Symptome. Wenn der Flüssigkeitsverlust nicht ersetzt wird, kommt es zur Einschränkung der Funktion lebenswichtiger Organe, wie Gehirn und Nieren.
Formen der Infusionstherapie
Flüssigkeits- und Volumenverlust können mit der Infusionstherapie behandelt werden. Es gibt verschiedene Gruppen von Infusionslösungen: Kristalloide Lösungen (z. B. Vollelektrolytlösungen) enthalten Wasser und Elektrolyte wie Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium und werden zum Ausgleich von Flüssigkeitsverlusten eingesetzt. Kolloidale Infusionslösungen dienen dem raschen Volumenersatz (z. B. Blutverlust).
Bei einer Infusionstherapie ist nicht nur die Zusammensetzung der Infusionslösung wichtig, auch das technische Equipment zur Verabreichung spielt eine große Rolle.
